Ein Technikforscher hat die frühen Versionen grundlegend neuer Technik einmal als „hoffnungsvolle Monster“ bezeichnet, weil sie einerseits vielversprechend erscheinen und geeignet sind, große Erwartungen zu wecken, andererseits aber noch eher schlecht als recht funktionieren und insofern monströs, d.h. grobschlächtig und hässlich daherkommen. Es ist eine bekannte Tatsache, dass viele neue Techniken zu Beginn schlechter funktionieren als die Techniken, die sie später verdrängen. Dass Technikentwickler:innen und Techniknutzer:innen dennoch auf sie setzen, hängt sehr stark mit den zukunftsgerichteten Erwartungen zusammen, die sich mit solchen vielversprechenden neuen Techniken verbinden. Dies zeigt, wie wichtig technikbezogene Zukunftsvorstellung für Prozesse der Technikentwicklung und der sozio-technischen Innovation sind. Gegenstand des Seminars sind Konzepte und Ansätze aus der Techniksoziologie, den Science & Technology Studies und der Technikfolgenabschätzung, die sich mit den unterschiedlichen Formen technikbezogener Zukunftsvorstellungen auseinandersetzen und ihre jeweilige Bedeutung für Technikentwicklung, Technikgovernance und Innovation beleuchten.
Das Seminar behandelt die konzeptionellen Grundlagen des bekannten Mehrebenenmodells der Innovation sowie empirische Beispielstudien mit dem Schwerpunkt auf Nischenentwicklungen und mögliche Regimeveränderungen im Bereich von nachhaltigkeitsförderlichen Technologien.
Der Autoverkehr rückt mehr und mehr in den verkehrspolitischen Mittelpunkt. Der motorisierte Individualverkehr verbraucht zu viele Ressourcen und verhindert die Einhaltung der Klimaziele. Wie kann der Flut der weiter steigenden Zahl von Autos Einhalt geboten werden, wenn moderne Gesellschaften um das Auto herum gebaut sind und die soziale Mobilität nicht ohne die Raumüberwindung mit Autos zu denken ist? Ist es daher überhaupt vorstellbar, dass demokratische Gesellschaften ohne Massenverkehr auskommen können? Im Seminar soll es weniger um die klimapolitischen Folgen als die Fragen nach gesellschaftlichen Zugängen und sozialer Teilhabe jenseits des Automobils gehen.