In diesem Lehrforschungsprojekt beschäftigen wir uns mit der wachsenden Konzentration von Vermögen und der Frage, wie sich Reichtum ganz konkret im exklusiven Wohnen niederschlägt. Gemeinsam gehen wir der Frage nach, wo und wie Vermögende wohnen – und warum sie sich genau für diese Wohnformen und Orte entscheiden. Im Fokus steht dabei die Stadt Potsdam, die mit ihrer bewegten Geschichte des Reichtums in Monarchie, Sozialismus und Demokratie ein besonders spannendes Forschungsfeld bietet. Seit der Wende lässt sich hier eine neue Phase exklusiven Wohnens beobachten: in Villenvierteln zwischen Schlössern und Gutshäusern, historischen Parklandschaften, großzügigen Seegrundstücken und in unmittelbarer Nähe zum politischen Berlin. Am Beispiel Potsdams untersuchen wir, wie sich Eliten im urbanen Raum verorten, welche Orte sie aufwerten oder besetzen und wie sich dies auf die Stadt insgesamt auswirkt. Dazu gehört auch der Blick auf ihre wirtschaftlichen Aktivitäten, weitere Immobilien, Freizeitpraktiken oder die Schulwahl für ihre Kinder. Ein zentrales Anliegen des Seminars ist es zu verstehen, wie exklusives Wohnen zur Markierung und Reproduktion sozialen Status beiträgt – und welche sozialen Spannungen und Konfliktlinien daraus zwischen Villenbewohner:innen und anderen sozialen Gruppen entstehen.
This seminar offers an advanced introduction to Marxist class analysis and Labor Process Theory (LPT) as central theoretical approaches within the sociology of work. Based on Karl Marx's analysis of the labor process, work in capitalism is examined as a space of social conflict in which power relations, forms of control, and practices of consent and resistance are negotiated. The labor process is the central place where capital and labor meet: this is where abstract labor power is transformed into concrete labor through organization, control, and discipline; this is also where exploitation and alienation become tangible.
The seminar focuses on the classic contributions to LPT, in particular the works of Harry Braverman and Michael Burawoy, who significantly shaped the debate of the 1970s and 1980s with their analyses of deskilling, control, and the manufacture of worker consent. In addition, an understanding of class in the Marxian tradition—based primarily on Erik Olin Wright—will be introduced, which understands exploitation as a central structural principle of social inequality. From this perspective, the analysis of the labor process provides the micro-social basis for understanding macro-structural class relations.
The seminar has two objectives: In the first part, the theoretical and historical foundations of Marxist labor and class analyses will be explored, with class being understood as a relational and dynamic process. In the second part, the applicability of these approaches to the analysis of current developments in the world of work will be critically discussed. These include platform work, digitalization and algorithmic control, new forms of subjectification and class identity, spatial strategies of capitalist power, and everyday, often unspectacular forms of resistance.
By combining classic texts with current empirical studies, the seminar provides an analytical approach to work as a central arena of social conflict and, at the same time, contributes to an understanding of the ongoing reproduction of class relations in contemporary capitalism.
Das Praktikum ist ein verpflichtender Teil des BA Soziologie technikwissenschaftlicher Richtung. Durch das Praktikum gewinnen Sie wichtige Einblicke in relevante Berufs- und Tätigkeitsfelder sowie deren Anforderungen. Sie wenden Kenntnisse aus dem Studium praktisch an und erwerben professionelle Kompetenzen. Das Praktikum dient der Orientierung sowohl im Studium als auch für den Berufseinstieg. Es lohnt sich also das Praktikum frühzeitig zu planen und in den Studienverlauf zu integrieren.
Für das Praktikum kommen Organisationen in Wissenschaft, öffentlicher Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft in Frage. Gewinnen Sie beispielsweise Einblicke in die Arbeit von Forschungsinstituten, Think Tanks, Verbänden, Kultureinrichtungen, Medienunternehmen, Personalabteilungen oder der Organisationsberatung.
Das Praktikum hat eine vorgesehene Mindestdauer von 120 Arbeitsstunden - ein längeres Praktikum ist möglich und empfehlenswert. Das Praktikum kann in Vollzeit (drei Arbeitswochen) oder in Teilzeit (mit beliebiger Zeiteinteilung) geleistet werden. In Ausnahmefällen lässt sich das Praktikum auch mit einer bestehenden Tätigkeit kombinieren. Wichtig ist jedoch, dass Einblick ein relevantes Arbeitsfeld für Soziologen und Soziologinnen gewonnen werden.
Am Praxistag können Sie sich bei ihren Mitstudierenden über ihre Erfahrungen im Praktikum erkundigen und später ihre eigenen Erfahrungen vorstellen. Zudem wird im Rahmen des Praxistags ein Workshop mit dem Career Center durchgeführt und Alumni eingeladen über ihren Berufseinstieg zu erzählen.
Dieses Seminar führt in zentrale Arbeitsweisen der Computational Social Science ein: Jene Forschungspraxis, die soziale Prozesse mithilfe digitaler Daten, programmgesteuerter Auswertung und reproduzierbarer Analyse untersucht. Im Mittelpunkt steht R als Werkzeug: Sie lernen, Daten zu importieren, aufzubereiten, zu analysieren und Ergebnisse verständlich zu visualisieren. Dabei arbeiten wir sowohl mit klassischen sozialwissenschaftlichen Datensätzen als auch mit digitalen Spuren (z. B. Webdaten, APIs) sowie mit text- und netzwerkbasierten Datenstrukturen.
Das Seminar ist als praxisorientierter Kurs aufgebaut: Jede Sitzung kombiniert kurze Inputs mit Übungen und begleitet Sie schrittweise hin zu einem eigenen kleinen Projekt. Zur Teilnahme am Kurs wird ein eigener Laptop sowie die vorab installierte Software RStudio benötigt. Bitte prüfen Sie vor dem ersten Termin eigenständig, ob sich die Software bei Ihnen abrufen lässt.
Termine
24.April, 09:00–13:00 Uhr – Einführung in R
15. Mai, 09:00–17:00 Uhr – Datenerhebung
05. Juni, 09:00–17:00 Uhr – Datenauswertung
17. Juli, 10:00–13:00 Uhr – Abschlussbesprechung / Rücksprache
Abgabe: 31. Juli