In diesem Lehrforschungsprojekt beschäftigen wir uns mit der wachsenden Konzentration von Vermögen und der Frage, wie sich Reichtum ganz konkret im exklusiven Wohnen niederschlägt. Gemeinsam gehen wir der Frage nach, wo und wie Vermögende wohnen – und warum sie sich genau für diese Wohnformen und Orte entscheiden. Im Fokus steht dabei die Stadt Potsdam, die mit ihrer bewegten Geschichte des Reichtums in Monarchie, Sozialismus und Demokratie ein besonders spannendes Forschungsfeld bietet. Seit der Wende lässt sich hier eine neue Phase exklusiven Wohnens beobachten: in Villenvierteln zwischen Schlössern und Gutshäusern, historischen Parklandschaften, großzügigen Seegrundstücken und in unmittelbarer Nähe zum politischen Berlin. Am Beispiel Potsdams untersuchen wir, wie sich Eliten im urbanen Raum verorten, welche Orte sie aufwerten oder besetzen und wie sich dies auf die Stadt insgesamt auswirkt. Dazu gehört auch der Blick auf ihre wirtschaftlichen Aktivitäten, weitere Immobilien, Freizeitpraktiken oder die Schulwahl für ihre Kinder. Ein zentrales Anliegen des Seminars ist es zu verstehen, wie exklusives Wohnen zur Markierung und Reproduktion sozialen Status beiträgt – und welche sozialen Spannungen und Konfliktlinien daraus zwischen Villenbewohner:innen und anderen sozialen Gruppen entstehen.