Voraussetzungen zur Teilnahme: Aktive Teilnahme an der Durchführung des Experiments (16.11.) und regelmäßige aktive Teilnahme an den Seminarsitzungen. Bereitschaft pro Woche ca. 60-80 Seiten Text zu lesen, auch in Englisch
Wie tragen bestimmte Formen sinnlicher Wahrnehmung zur Konstitution gesellschaftlicher Ordnungen bei, oder auch zu ihrer Auflösung und Veränderung? Welchen Beitrag leisten hier Kunst, Design, Werbung und Öffentlichkeitsarbeit, sowie spezielle Formen von „sensory governance“ oder „artivism“, als ästhetisch ansetzende Formen der Gesellschaftsgestaltung?
Diesen grundlegenden Fragen widmen wir uns in der exemplarischen Auseinandersetzung mit der Praxis des Essens. Wie sehr hängen die Formen, in denen wir essen davon ab, wie wir sinnlich wahrnehmen, also ob es schmeckt? Und wie kommt es dazu, dass uns etwas schmeckt? Gibt es jemanden, der unseren Geschmack bestimmt? Können wir gezielt verändern, wie wir schmecken?
Das Seminar startet mit einem praktischen Experiment, das in Kooperation mit einem laufenden Forschungsprojekt durchgeführt wird („Schmeck! Praxis und Ästhetik des Essens in der Gestaltung einer nachhaltigen Ernährungswende“). Das Experiment wird im Seminar vorbereitet und am 16.11. mit Teilnehmenden einer internationalen Tagung durchgeführt („Sensing collectives. Aesthetic and political practices intertwined“.
Im weiteren Verlauf des Seminars reflektieren wir das Experiment. Dafür erarbeiten wir uns konzeptionelle Grundlagen aus der Soziologie und Anthropologie der Sinne, der praxeologischen Essforschung und der Diskussion zum Zusammenhang von Kunst und Politik.