Veranstaltung

LV-Nummer
Gesamt-Lehrleistung 37,33 UE
Semester SoSe 2026
Veranstaltungsformat LV / Seminar
Gruppe Dekoloniale Perspektive im Film: Bildpolitik, Erinnerung und Widerstand
Organisationseinheiten Technische Universität Berlin
Fakultät I
↳     Institut für Sprache und Kommunikation
↳         31351900 FG Deutsch als Fremd- und Fachsprache
URLs
Label
Ansprechpartner*innen
Verantwortliche
Sprache Deutsch

Termine (1)


Mi. 15.04 - 15.07.26, wöchentlich, 14:00 - 16:00

Charlottenburg
,

31351900 FG Deutsch als Fremd- und Fachsprache

37,33 UE
Einzeltermine ausklappen
Legende
08:00
09:00
10:00
11:00
12:00
13:00
14:00
15:00
16:00
17:00
Mo.
Di.
Mi.
Mehrsprachigkeit und Interkulturalität (Seminar)
Dekoloniale Perspektive im Film: Bildpolitik, Erinnerung und Widerstand
Charlottenburg, HBS 205
Prudent, Sabine-Brigitte
Do.
Fr.
Export ...

SE Dekoloniale Perspektive im Film: Bildpolitik, Erinnerung und Widerstand

MA-DaFF 5 - MA-Med 7/9

Mittw. 14-16

HBS 2.05

Das Seminar widmet sich dem Kino als einem zentralen Ort, an dem koloniale Machtverhältnisse sichtbar gemacht, reproduziert, aber auch kritisch hinterfragt und unterlaufen werden. Filme prägen maßgeblich unser historisches und gegenwärtiges Wissen über Kolonialismus, Migration, Gewalt, Zugehörigkeit und Widerstand. Das Seminar geht der Frage nach, wie filmische Bilder Wissen erzeugen, welche Perspektiven sie privilegieren und welche Stimmen sie marginalisieren oder ausblenden.

Ausgehend von dekolonialen, postkolonialen und feministischen Theorien analysiert das Seminar Film als politische Praxis der Repräsentation. Im Mittelpunkt stehen Konzepte wie Kolonialität der Macht, Blickregime, Subalternität, Gegenarchive, Erinnerungspolitiken und Widerstand. Dabei wird Kino nicht nur als Medium der Darstellung, sondern als epistemischer Raum verstanden, in dem Geschichte, Erfahrung und Affekt neu verhandelt werden.

Anhand ausgewählter Spiel- und Dokumentarfilme aus unterschiedlichen geografischen und historischen Kontexten untersucht das Seminar unter anderem:

• wie koloniale und postkoloniale Machtverhältnisse filmisch sichtbar werden,

• wie Filme koloniale Archive, Narrative und Bilder kritisieren oder umschreiben,

• welche Rolle Körper, Stimme, Schweigen und Affekt für dekoloniale Bildpolitiken spielen,

• wie Film als Gegenarchiv fungieren kann, das verdrängte Erfahrungen, Erinnerungen und Formen von Widerstand zugänglich macht.

Besonderes Augenmerk liegt auf der Politik des Blicks: Wer erzählt? Wer wird gesehen? Wer spricht und unter welchen Bedingungen? Dabei werden auch Produktionsbedingungen, globale Machtasymmetrien und Fragen kultureller Aneignung reflektiert.

Das Seminar verbindet theoretische Lektüre, gemeinsame Filmanalysen und diskussionsorientierte Sitzungen. Ziel ist es, ein kritisches Verständnis für Film als dekoloniales Medium zu entwickeln und die Studierenden dafür zu sensibilisieren, wie visuelle Kulturen an Macht, Erinnerung und Widerstand beteiligt sind.

Literatur:

Haraway, Donna (1988): Situated Knowledges: The Science Question in Feminism and the Privilege of Partial Perspective. Feminist Studies, 14(3), 575–599.

Fanon, Frantz (1961): Die Verdammten dieser Erde

Spivak, Gayatri Chakravorty (1988): Can the Subaltern Speak? In: Cary Nelson/Lawrence

Grossberg (Hg.), Marxism and the Interpretation of Culture. Urbana: University of Illinois Press.