Lehrinhalte
In einer Zeit der ontologischen Krise verschwimmen die Grenzen zwischen Mensch und Maschine, Natur und Kultur, Organischem und Anorganischem. Wir erleben eine Zeit kurioser Erfindungen, neuartiger Naturen, unausweichlicher Automatisierung und posthumaner Leistungen - in der sich Menschliches und Nichtmenschliches in neue, unbewusste Verflechtungen verstricken, verflechten und verwickeln. Doch welche Machtstrukturen - von voreingenommenem maschinellem Lernen über Überwachungskapitalismus bis hin zur digitalen Kolonisierung - sind implizit und verdeckt in diese Technologien eingebettet? Wann stehen wir noch im Zentrum des sozialen Algorithmus, und wann werden wir zu Erweiterungen der von uns selbst geschaffenen Erweiterungen? Müssen wir eine Diskussion über politische Systeme der Dinge anstoßen - über „ubiquitären Kapitalismus“, „algorithmische Aristokratie“ oder „objektvermittelte Demokratie“?
In diesem wöchentlichen Kurs diskutieren wir die ethischen, sozialen und politischen Implikationen von Technologie mit einem Schwerpunkt auf „Automatisierung“ versus „Autonomie“. Wir üben und formulieren kritische Perspektiven auf die Politik der Maschinen, entdecken neuartige Phänomene und hinterfragen die materiellen Machtregime, in denen wir selbst leben - indem wir persönliche Mechanismen und damit unser Verhalten behindern und kompromittieren, um latente Machtstrukturen im Alltag aufzudecken. Darüber hinaus werden wir, basierend auf den Ansätzen von Research-Through-Design und Critical Making, Möglichkeiten und Provokationen prototypisieren und kritisches Denken mit kritischer Fertigung verbinden.