AP:
summerwinterschool@tub.co
Im Zuge ihrer Institutionalisierung und Differenzierung haben sich auch die methodischen Vorgehensweisen der Technikfolgenabschätzung (TA) stark differenziert. Dabei werden ganz unterschiedliche soziale Gruppen adressiert bzw. involviert: Neben den politischen Entscheider*innen sollen heute auch die Entwickler*innen sowie die ganz ‚normalen‘ Nutzer*innen in die Antizipation der gesellschaftlichen Folgen von Technikentwicklungsprozessen einbezogen werden, häufig auch in einer Kombination.
Entsprechend breit ist die methodische „toolbox“ der TA. In diesem Seminar werden die wichtigsten dieser methodischen Vorgehensweisen der TA konzeptionell und an einschlägigen Beispielen vorgestellt und diskutiert. Das umfasst neben den klassischen Expertenstudien, die das bestehende Wissen über wahrscheinliche oder mögliche Folgen technischer Entwicklungen zusammenstellen, auch prospektive Verfahren (etwa die Szenario-Methode) sowie partizipative Verfahren (etwa Participatory Backcasting oder Bürgerkonferenzen), wobei der Schwerpunkt auf der Szenariomethode liegt.
Das Seminar ist als eine praxisrelevante Vertiefung der „Einführung in die Technikfolgenabschätzung“ angelegt.
Technische Innovationen haben besonders im letzten Jahrhundert persönliche Lebensumstände und soziale Verhältnisse tiefgreifend verändert, und zwar unabhängig davon, ob nun die politischen Entscheidungsträger oder die gesellschaftliche Debatte diese Entwicklungen gewollt haben oder auch nur auf dem Schirm hatten. Erst mit sozialen Großkonflikten wie denen um die Atom- und später die Gentechnologie hat sich dann politisch wie auch wissenschaftlich das Bedürfnis entwickelt, systematisch und auf kontrollierbare Weise zu erforschen, zu welchen gesellschaftlichen Folgen die Einführung neuer Technologien führen kann, und mit welcher Wahrscheinlichkeit des Eintretens solcher Folgen zukünftiger Technologie zu rechnen ist.
Um wissenschaftliche Antworten auf diese Fragen zu produzieren wurde die Technikfolgenabschätzung (TA) institutionalisiert, die sich von ihren Anfängen als Politikberatung inzwischen zu einem großen und in sich vielfach differenzierten internationalen Forschungsfeld entwickelt hat. Das Seminar gibt einen Einblick in die wesentlichen Ansätze innerhalb dieser Vielfalt und geht dabei chronologisch vor. Erarbeitet werden in Konzept und Beispiel sowohl die parlamentarisch beratende wie die partizipative TA, Versuche der Integration in übergreifende Policy- oder Governance-Strategien besonders im Nachhaltigkeitsbereich, sowie aktuell diskutierte Ansätze der TA wie das Constructive Technology Assessment oder das Vision Assessment. Behandelt werden auch die Formen der Institutionalisierung in unterschiedlichen Ländern.
Bemerkung:
Dieses Seminar wird in zwei Gruppen angeboten. Wir bitten die Seminarteilnehmer*innen, ab der ersten Woche des Semesters den von ihnen gewählten Termin zu besuchen und daran mitzuwirken, dass zwei gleich große Seminare entstehen.
Das Seminar findet hybrid statt. Bitte tragen Sie sich VOR Beginn des Seminars in den ISIS-Kurs ein: https://isis.tu-berlin.de/course/view.php?id=47332
Die VL findet hybrid statt. Bitte tragen Sie sich VOR Beginn der VL in den ISIS-Kurs ein.
Das wird ab 11.3.26 möglich sein.