This seminar offers an advanced introduction to Marxist class analysis and Labor Process Theory (LPT) as central theoretical approaches within the sociology of work. Based on Karl Marx's analysis of the labor process, work in capitalism is examined as a space of social conflict in which power relations, forms of control, and practices of consent and resistance are negotiated. The labor process is the central place where capital and labor meet: this is where abstract labor power is transformed into concrete labor through organization, control, and discipline; this is also where exploitation and alienation become tangible.
The seminar focuses on the classic contributions to LPT, in particular the works of Harry Braverman and Michael Burawoy, who significantly shaped the debate of the 1970s and 1980s with their analyses of deskilling, control, and the manufacture of worker consent. In addition, an understanding of class in the Marxian tradition—based primarily on Erik Olin Wright—will be introduced, which understands exploitation as a central structural principle of social inequality. From this perspective, the analysis of the labor process provides the micro-social basis for understanding macro-structural class relations.
The seminar has two objectives: In the first part, the theoretical and historical foundations of Marxist labor and class analyses will be explored, with class being understood as a relational and dynamic process. In the second part, the applicability of these approaches to the analysis of current developments in the world of work will be critically discussed. These include platform work, digitalization and algorithmic control, new forms of subjectification and class identity, spatial strategies of capitalist power, and everyday, often unspectacular forms of resistance.
By combining classic texts with current empirical studies, the seminar provides an analytical approach to work as a central arena of social conflict and, at the same time, contributes to an understanding of the ongoing reproduction of class relations in contemporary capitalism.
AP:
summerwinterschool@tub.co
BA Course
Visual Sociology
Module: Visual Sociology
Prof. Dr. Silke Steets
Summer term 2026
Room: FH 302 / Monday, 2.15 – 3.45 p.m.
Course Description
This course introduces students to the sociological study of visual culture, images, and visual methods. We examine how images produce, stabilize, and contest social meanings; how power operates visually; and how sociologists can analyze and produce visual data. Students will learn basic tools of visual analysis and reflect on ethical issues in visual research.
Learning Objectives
Gefühle erscheinen häufig als etwas zutiefst Individuelles. Was wir als Emotionen erleben, ist jedoch nie rein subjektiv, sondern verweist auf unsere Position im Netz sozialer Beziehungen und gewinnt seine Bedeutung erst vor dem Hintergrund kultureller Ordnungen. Zugleich wirken Emotionen selbst auf das Soziale zurück: Sie motivieren Handlungen, strukturieren Zugehörigkeiten und prägen gesellschaftliche Konflikte. Emotionen sind damit gesellschaftlich geformt – und zugleich eine zentrale Kraft gesellschaftlicher Dynamiken.
Das Seminar bietet eine Einführung in klassische und aktuelle Perspektiven der Emotions- und Affektsoziologie. Den folgenden Fragen werden wir gemeinsam nachgehen: Wie lassen sich Emotionen überhaupt soziologisch untersuchen? Welche theoretischen Perspektiven haben die sozial- und kulturwissenschaftliche Emotionsforschung geprägt – und mit welchen Methoden lassen sich Gefühle angemessen empirisch erfassen? Welche Rolle spielen Emotionen eigentlich im Forschungsprozess selbst? Welche Bedeutung kommt Gefühlen in (spät-)modernen Gesellschaften zu – und in welchen sozialen Arenen werden sie gegenwärtig besonders wirksam?
Ziel des Seminars ist es, Emotionen als grundlegende Kategorie der Gesellschaftsanalyse zu erschließen, einen Überblick über zentrale Ansätze der emotions- und affektsoziologischen Forschung zu vermitteln und nicht zuletzt die sociological imagination (C. Wright Mills) dafür zu schärfen, wie Gesellschaft buchstäblich ‚unter die Haut‘ geht.
Dozent: Andree Blumhoff (pressrelations GmbH)
Kursbeschreibung:
Die Medien(inhalts)analyse ist ein Begriff aus der Kommunikations- und Medienwissenschaft, der sich mit der Untersuchung von Medieninhalten befasst. Es geht darum, wie Medien Botschaften und Informationen vermitteln, welche Bedeutungen und Konnotationen sie vermitteln und wie sie potentiell das Denken und Verhalten von Menschen beeinflussen. Die Analyse der veröffentlichten Meinung ist damit eine zentrale Informationsquelle für das Kommunikationsmanagement. Analysiert werden hierbei meist Veröffentlichungen in den Massenmedien (Print, TV, Hörfunk), in Online-Medien und auf Social Media-Plattformen. Es können aber auch Publikationen von Wettbewerbern, Interessengruppen oder des eigenen Unternehmens untersucht werden. Medienanalysen müssen dabei zentrale methodische Anforderungen erfüllen, um über die Datenanalyse und -auswertung jene Faktoren identifizieren zu können, die maßgeblichen Anteil am Prozess der öffentlichen Bildung von Meinung und Reputation haben.
Lernziele
• Anwendungsbereiche und Einsatz der Methode nennen und beurteilen können
• Eine Fragestellung inhaltsanalytisch konzeptionell erarbeiten und in ein Messinstrument überführen können
• Eine Datenerhebung durchführen können (Codierung)
Bei aller Unterschiedlichkeit der soziologischen Perspektiven auf unterschiedliche Bereiche der Gesellschaft leistet sich die Soziologie ein Genre, das alle gesellschaftlichen Trends und Krisenphänomene auf eine einzige Ursache zurückführt und auf einen einzigen Begriff von Gesellschaft bringt: die Gesellschaftsdiagnosen.
Gesellschaftsdiagnosen gelten in der Soziologie als etwas anrüchig, vor allem auf Grund ihrer Nähe zu massenmedialen Darstellungsweisen Immerhin sind Monografien wie die „Risikogesellschaft“ oder die „Netzwerkgesellschaft“ Bestseller und werden weit über die Soziologie hinaus rezipiert. Zwar besteht im Fach Einigkeit darüber, dass es sich den Gesellschaftsdiagnosen weder um echte Gesellschaftstheorie noch um echte empirische Forschung handelt, sondern um ein eigenes Genre am Rand der Soziologie. Dennoch gibt es nur wenige Stimmen, die die Gesellschaftsdiagnosen ganz aus dem Fach verbannen wollen. Es ist vielmehr eine differenzierte soziologische Sekundärliteratur entstanden, in der auf unterschiedliche Weise die spezifischen Stärken und Schwächen dieses Genres herausgearbeitet werden.
Im ersten Teil des Seminars werden einige der bekanntesten Gesellschaftsdiagnosen behandelt, etwa Spielarten der zuspitzenden Beschreibung des Kapitalismus bzw. der Globalisierung oder die Risiko-, Erlebnis- und Netzwerkgesellschaft sowie die beschleunigte Gesellschaft. Im zweiten Teil des Seminars werden die wichtigsten Positionen aus der genannten soziologischen Sekundärliteratur zu den Gesellschaftsdiagnosen behandelt.