LV-Nummer 3131 L 021
Gesamt-Lehrleistung 34,67 UE
Semester SoSe 2021
Ansprechpartner Wildgruber, Gerald
Verantwortlich Wildgruber, Gerald
Dozierend
Zugeordnet zu Technische Universität Berlin
Fakultät I
    ↳ Institut für Philosophie, Literatur-, Wissenschafts- und Technikgeschichte
        ↳ 31311900 FG Literaturwissenschaft mit dem Schwerpunkt Literatur und Wissenschaft
URL https://isis.tu-berlin.de/course/view.php?id=23595
Label
Sprache Deutsch

Termine (13)


Do., 15.04.2021 - Do., 15.07.2021 (wöchentlich)

12:00 Uhr - 14:00 Uhr

Keine Räume/Campus

34,67 UE
Einzeltermine ausklappen

Mo.

12.04.2021 - 18.04.2021(SW 1)

08:00
09:00
10:00
11:00
12:00
13:00
14:00
15:00
16:00
17:00
Mo. 12.04.2021
Di. 13.04.2021
Mi. 14.04.2021
Do. 15.04.2021
William S. Burroughs Junk (1953)
SEM
Ohne Ort
Fr. 16.04.2021

Wildgruber, Gerald

  • Do. 12-14 Uhr
  • Online-Seminar
  • Beginn: 15.04.2021

Junk (Heroin) ist der erste Roman des bedeutenden amerikanischen Autors und Malers William S. Burroughs (1914-1997). Der kurze Text, ein halb-autobiographisches Werk des Harvard drop-out (Anthropologie und Literatur) und bekennenden Drogennutzers und Homosexuellen, auf der Flucht vor legaler Sanktion in Mexiko City geschrieben, steht vor den großen Romanen wie Naked Lunch und der Nova Trilogie, die seinen Ruhm als eines der wichtigsten postmodernen Autoren der amerikanischen Literatur begründeten. Junk, ursprünglich unter Pseudonym in einem Verlag für Unterhaltungs- und Schundliteratur publiziert („Confessions of an Unredeemed Drug Addict“), ist roher, unmittelbarer und weniger vermittelt von formalen Techniken als die späteren Werke, — diese aber wesentlich vorbereitend. Der Charakter dieser Vorbereitung ist die Grundfrage des Seminars. Junk ist seiner Fabel nach eine Odyssee durch die Drogen- und Stricherszene der USA unmittelbar nach Ende des 2.Weltkriegs und kann gelesen werden als eine in ihrer Direktheit und Nüchternheit beispiellose Analyse der körperlichen Zustände der Nötigung, die eintreten sobald, wie Burroughs sich ausdrückt, der Körper unter den Einfluß einer körperfremden Substanz, die er nicht selbst produzieren kann, gerät. Entscheidend ist, wie Burroughs diese Phänomenologie der Sucht und der Abhängigkeit in Terme faßt, allen voran „the Algebra of Need“, die die so bestimmte Lebensform als eine Art in den leidenden Körper versenkte Logik erscheinen lassen („Junk is not a kick. It is a way of life“). Das Seminar folgt dieser Spur und versucht, das eigentümliche Sensorium des Autors für formale Argumente (vgl. auch seinen Essay Band The Adding Machine) mit den Poetiken seiner späteren großen Werke

(Naked Lunch und die Idee „Language is a virus“ aus der Nova Trilogie), auch seiner Theorie und Praxis der Malerei in Verbindung zu bringen. Kontextbegleitend kommen, je nach Zeit, in Betracht Vorgänger (Thomas de Quincey: Confessions of an Englisch Opium-Eater 1822 und Suspiria de Profundis 1845) und Nachfolger (Berlin der 70er Jahre, „Christiane F.“). Textgrundlage ist die kritische Ausgabe von Junk bei Penguin Modern Classics hg. von Oliver Harris (2003).

Modulzuordnungen:

  • MA-TGWT LW 3
  • MA-GKWT 7/3
  • Freie Wahl