LV-Nummer 0637 1100 L 52
Gesamt-Lehrleistung 37,33 UE
Semester SoSe 2021
Ansprechpartner Schulz-Schaeffer, Ingo
Verantwortlich
Dozierend Schulz-Schaeffer, Ingo
Zugeordnet zu Technische Universität Berlin
Fakultät VI
    ↳ Institut für Soziologie
        ↳ 36371100 FG Technik- und Innovationssoziologie
URL
Label
Sprache Deutsch
Module
Studiengänge
Alle Veranstaltungen im Kurs
Technik und Gesellschaft
Gruppe

Termine (14)


Mo., 12.04.2021 (wöchentlich)

16:00 Uhr - 18:00 Uhr

Keine Räume/Campus

Schulz-Schaeffer, Ingo

37,33 UE
Einzeltermine ausklappen

Mo.

12.04.2021 - 18.04.2021(SW 1)

08:00
09:00
10:00
11:00
12:00
13:00
14:00
15:00
16:00
17:00
Mo. 12.04.2021
Technik und Gesellschaft: Soziologie der Algorithmen
SEM
Ohne Ort
Schulz-Schaeffer, Ingo
Di. 13.04.2021
Mi. 14.04.2021
Do. 15.04.2021
Fr. 16.04.2021

Veranstaltungskommentar:

Die zunehmende Digitalisierung der Gesellschaft führt dazu, dass immer mehr, immer voraussetzungsreichere und zunehmend komplexere Entscheidungsprozesse an Computerprogramme delegiert werden. Computerprogramme bestehen aus Algorithmen, also aus Verfahrensvorschriften, die dem Computer sein Verhalten vorgeben. Diese Algorithmen werden von Menschen programmiert. Man könnte deshalb argumentieren, dass die Delegation von Entscheidungsprozessen an Computerprogramme kein grundsätzliches Problem darstellt, weil Computer letztlich nur Befehle ausführen, die Menschjen ihnen einprogrammiert haben. So einfach ist es jedoch nicht. Zum einen sind viele der Softwareprogramme, auf deren Entscheidungen wir uns im täglichen Leben verlassen, kommerzielle Produkte, und ihre Hersteller behandeln die in ihnen implementierten Entscheidungslogiken als Betriebsgeheimnisse. Zum anderen werden die Softwareprogramme zunehmend lernfähig. Das gilt insbesondere für die so genannten prädiktiven Systeme, die aus einem beobachteten Verhalten Muster ableiten, die dann verwendet werden, um Voraussagen über wahrscheinliches zukünftiges Verhalten zu treffen. Solche Algorithmen werden zunehmend in Bereichen eingesetzt, in denen Daten über das Verhalten menschlicher Akteure die Grundlage der Vorhersagen bilden. Im Alltag bereits weit verbreitet sind prädiktive Systeme, die aus den Daten von Kunden Vorhersagen über deren Konsumverhalten und künftige Vorlieben ableiten und dieses prädiktive Wissen beispielsweise für personalisierte Werbung einsetzen. In den USA nutzen Richter und Bewährungshelfer prädiktive Systeme, um die Rückfallwahrscheinlichkeit von Straftätern abzuschätzen. Auch bei der Personalauswahl in Einstellungsverfahren kommen solche Systeme bereits breit zum Einsatz. Der zunehmende Einfluss algorithmischer Entscheidungsprozesse in allen Sphären des gesellschaftlichen Lebens wirft eine Vielzahl soziologischer Fragen auf: Wie verändert sich das Verhältnis von Privatheit und Öffentlichkeit, wenn sich aus den Datenspuren, die Akteure in ihrem alltäglichen Leben hinterlassen, personenbezogenes Wissen über Verhaltensdispositionen verschiedenster Art ableiten lassen?   Welche Gefahren der Manipulierbarkeit ergeben sich aus diesem prädiktiven Wissen? In welchem Umfang wirken prädiktive Systeme diskriminierend, etwa wenn vorurteilsbehaftete Verhaltenseinschätzungen in die automatisierte Musterbildung einfließen oder bei der Musterbildung Verhaltenseigenschaften mit gruppenbezogenen Personenmerkmalen verknüpft werden, um so personengruppenspezifische Vorhersagen treffen zu können? Gegenstand des Seminar ist es, diese und andere Fragen anhand aktueller Forschungsliteratur zu diskutieren.


Prüfungsleistungen:

Dieses Portfolio-Seminar wird in den beiden Modulen „Technik und Gesellschaft“ (mit 3 LP) oder „Vertiefung Technik und Gesellschaft“ (mit 6 LP) angeboten. Der Unterschied zwischen beiden Modulen ist, dass das 6-LP-Modul eine größere schriftliche Bearbeitung eines Themas aus der Seminarthematik beinhaltet.

Die Verfahrensweisen der Online-Lehre werden zu Beginn des Seminars vorgestellt. Sie benötigen für die Teilnahme einen Rechner mit Mikrofon und Kamera, ein Headset wird stark empfohlen. Das Seminar findet mit der Videokonferenzplattform Zoom statt. Melden Sie sich bitte mit Ihrem Namen (Vorname Nachname) für die Veranstaltung an. Sie erhalten rechtzeitig vor Beginn der ersten Sitzung einen Link, mit dem Sie einige Minuten vor Veranstaltungsbeginn jeder Sitzung beitreten können. Es ist nicht gestattet, die Online-Seminarsitzungen mitzuschneiden, es sei denn, dies wurde ausdrücklich so vereinbart.

Die Anmeldung erfolgt über die Lernplattform ISIS (isis.tu-berlin.de), der Einschreibeschlüssel lautet *Weber*. In ISIS finden sich sämtliche Seminarmaterialien sowie eine Beschreibung der Teilnahme- und Prüfungsleistungen. ISIS ist zudem die zentrale Plattform für den Austausch zwischen Studierenden und Dozierenden.