Termine (17)


Do., 05.11.2020 - Do., 25.02.2021 (wöchentlich)

12:00 Uhr - 14:00 Uhr

Keine Räume/Campus
Einzeltermine ausklappen

Do.

02.11.2020 – 08.11.2020 (SW 3)


Jedes Lehrformat bekommt eine Farbe

Jeder Campus bekommt eine Farbe
08:00
09:00
10:00
11:00
12:00
13:00
14:00
15:00
16:00
17:00
Mo., 02.11.2020
Di., 03.11.2020
Mi., 04.11.2020
Do., 05.11.2020
(Buchung)
3131 L 018

Seminar

Institut für Philosophie, Literatur-, Wissenschafts- und Technikgeschichte, 31311900 FG Literaturwissenschaft mit dem Schwerpunkt Literatur und Wissenschaft


05.11.2020, 12:00 Uhr - 14:00 Uhr

Ohne Raum
Gottfried Benn: Roman des Phänotyp und Schriften der 40er (mit Clemens Pornschlegel, LMU München)
SEM

Fr., 06.11.2020

Wildgruber, Gerald

Do. 12-14 Uhr (evtl. Blockveranstaltung gemeinsam mit LMU München, Infos folgen)

Beginn: 05.11.2020

In einer prägnanten Figur der literarischen Moderne in Deutschland sind Literatur und Wissenschaften unmittelbar konfrontiert: dies ist das Werk Gottfried Benns (1886 – 1956), zugleich Berliner Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten und einer der bedeutendsten Lyriker des 20. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt des Seminars stehen kurze Texte Benns aus den 40er Jahren, die zwischen experimenteller Prosa und wissenschaftlichem Essay changieren und nach seinem Publikationsverbot im Nationalsozialismus entstanden sind. Die längste und wohl wichtigste dieser Arbeiten ist der Roman des Phänotyp. Landsberger Fragment, 1944. Am Leitfaden dieses komplexen Werks soll der wissenschaftsgeschichtliche Hintergrund der 40er Jahre beleuchtet werden. Was bedeutet die lebenswissenschaftliche, genetische Modellbildung in der Aufnahme der Unterscheidung Genotyp/Phänotyp für die literarische Technik? warum „Roman des Phänotyp“? wer ist der Phänotyp und warum werden die Zeit 1944 des kollabierenden Deutschen Reichs und die nachfolgende geschichtliche Zäsur unter seiner Signatur begriffen? Uns interessiert die Gleichzeitigkeit von literarischer Moderne und umgebendem Totalitarismus, Faschismus und Krieg. In poetologischer Hinsicht wird der Begriff der Geschichte eine bedeutende Rolle spielen, weil sich von hier aus eine generelle Skepsis gegen die Rechenschaft der Zeit durch Erzählen artikuliert (vgl. z.B. Äußerungen wie „Epik ist Schiebung“ und „Unsere Widerstände gegen rein Episches, externen Stoffzustrom, Begründungen, psychologische Verkleisterungen, Kausalität“). Die eigenartige, hinsichtlich ihres Genres uneindeutige Prosa Benns – wissenschaftliche Argumente und Redeweisen in fiktiven Rahmen – ist für das Studium zwischen Literatur und Wissenschaft, und zwar hinsichtlich der Analysefähigkeit in beiden, eine fruchtbare Übung. Neben der Genetik spielen über die Konstellation Benn/Bense auch die entstehende Kybernetik und die Formalwissenschaften eine Rolle. An früheren Texten kommen die Theorie der Form in Nach dem Nihilismus (1932), der für Benns Politik wichtige Essay Pallas (1943), an späteren Der Ptolemäer (1947), Der Radardenker (1949) und Probleme der Lyrik (1951) in Betracht. – Das Seminar findet statt in Kooperation mit Clemens Pornschlegel (Professor für Neuere deutsche Literatur am Department Germanistik / Komparatistik der LMU München). Ein gemeinsamer Parcours der Texte wird dafür erstellt, und es werden zwei gemeinsame Sitzungen des Berliner und des Münchner Seminars (einmal in München und einmal in Berlin) abgehalten werden. – Haupttexte nach Benn: Sämtliche Werke, Stuttgarter Ausgabe, Band IV, Prosa 2 (1933-1945), Stuttgart 1989.

MA-TGWT LW 3

MA-GKWT 7/3

Freie Wahl