Termine (9)


Mi., 04.11.2020 - Mi., 24.02.2021 (jede gerade Woche)

14:00 Uhr - 18:00 Uhr

Keine Räume/Campus
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Mi.

02.11.2020 – 08.11.2020 (SW 3)


Jedes Lehrformat bekommt eine Farbe

Jeder Campus bekommt eine Farbe
08:00
09:00
10:00
11:00
12:00
13:00
14:00
15:00
16:00
17:00
Mo., 02.11.2020
Di., 03.11.2020
Mi., 04.11.2020
(Buchung)
3131 L 017

Seminar

Institut für Philosophie, Literatur-, Wissenschafts- und Technikgeschichte, 31311900 FG Literaturwissenschaft mit dem Schwerpunkt Literatur und Wissenschaft


04.11.2020, 14:00 Uhr - 18:00 Uhr

Ohne Raum
Chiron - die Hand des Dichters: Natur und Technik.
SEM

Do., 05.11.2020
Fr., 06.11.2020

Wildgruber, Gerald

Mi. 14-18 Uhr (14-tägig)

Beginn: 04.11.2020

Das Seminar nimmt die Frage nach der Literatur über eine Reflexion auf das Verhältnis von Natur und Technik auf. Ort und Ausgangspunkt dieser Reflexion sind späte Texte im Werk des Dichters Friedrich Hölderlin (1770-1843), nämlich der Werkskomplex Chiron und die sehr eigentümlich zwischen dichterischer Reflexion, Naturgeschichte und philosophischem Denken wechselnden, später so genannten Pindar-Kommentare. Die Zielsetzung des Seminars ist dabei weniger archäologisch als poetologisch: wie wird an der Schwelle zur Literatur der Moderne das Verhältnis von Natur und Technik, Natur und Kunst von der Warte des spezifisch dichterischen Machens aus erfahren, und was erfahren wir umgekehrt über Dichtung, wenn wir das Verhältnis von Natur und Technik in den Blick nehmen?

Die griechische Chiron-Mythe und ihre Rekonfigurierung durch Hölderlin geben dem Thema seine charakteristische Gestalt. Als zwiegestaltes Wesen, in dem Mensch und Tier verbunden bleiben, das einerseits der Außenwelt der zivilisationsfremden Kentauren angehört, zugleich aber Lehrer der Menschen in Dichtung und Musik ist, sind mit Chiron besonders Fragen der Körperlichkeit und der Animalität des Geistes aufgerufen. In Chiron, der das Wort für die kunstreiche Hand im Namen trägt, ist die menschliche Einwirkung auf Natur durch Technik zudem speziell auch im Sinne des Heilens angelegt: Cheiron ist ursprünglich ein Heilgott mit stark chthonischer Dimension, der im älteren griechischen Denken als „Künstler der Schmerzlosigkeit“ und als „Bezwinger der Seuchen“ benannt wird. Mit dieser iatro-poietischen Dimension erscheint die Figur als Ahnherr von Dichtern wie Benn (dem gleichzeitig ein Seminar im WS gewidmet ist).

Methodisch sieht sich das Seminar textgenetischen Edition verpflichtet. Über den Nachvollzug des Hervorgangs der Texte wollen wir die oft überraschende Migration ihrer Bilder, Motive und Themen genau studieren. Rudimentär fungiert der Kurs so auch als Einleitung in die Materialitäten literarischer Produktion (Manuskripte, Editionstechniken). Der handschrift- und prozeßorientrierte Zugang zur Literatur setzt die Beherrschung der Kurrent zu Beginn des Seminars voraus.

Das Seminar schließt an die Online-Veranstaltung des SS 20 an, kann aber ebenso unabhängig davon besucht werden. Textgrundlage sind die Bände 4, 5 und 15 der Frankfurter Hölderlin Ausgabe (Stroemfeld), mit gelegentlicher Hinzuziehung der Ausgaben von Michael Knaupp (Hanser), Luigi Reitani (Mondadori) und Wolfram Groddeck (Stroemfeld).

MA-TGWT LW 2

MA-GKWT 5/3, 7/3

Freie Wahl